0511-850 304 - 30   0511-850 304 - 44  info[@]pknds.de
Psychotherapeutenkammer Niedersachsen
Körperschaft des öffentlichen Rechts

Leisewitzstr. 47
30175 Hannover
 

Ausbildung

Ausbildungsassistenz

/
Was ist bei der Ausbildungsassistenz zu beachten?

Uns erreichen immer wieder Anfragen, aus denen deutlich wird, dass bezüglich der Möglichkeit der Arbeit/Einstellung als Ausbildungsassistentin Unklarheit besteht. Daher möchten wir im Folgenden zu dem Sachverhalt die Einschätzung der PKN skizieren. Unmittelbar oder mittelbar Beteiligte einer Ausbildungsassistenz sind die Ausbildungsassistentin/der Ausbildungsassistent selbst, die Praxisinhaberin/der Praxisinhaber, das Ausbildungsinstitut und die Kassenärztliche Vereinigung. Die Psychotherapeutenkammer kann hier nur in einem allgemeinen, nicht fallbezogenen Sinne, beratend tätig werden. Anders kann es dann aussehen, wenn die Frage des Verstoßes gegen die Berufsordnung eines Mitglieds (PiA nach Beginn der praktischen Ausbildung oder approbierte/r Praxisinhaber/in) eine Rolle spielt.
Die Prüfungsordnung unterscheidet bekanntlich zwischen “praktischer Tätigkeit” und “praktischer Ausbildung”.

1. Praktische Tätigkeit
Finden Teile der praktischen Tätigkeit in einer ambulanten Praxis statt, schaut die Ausbildungsteilnehmerin der approbierten Kollegin über die Schulter, wohnt Behandlungen bei und bekommt Einblicke in die Organisation einer Praxis. Es finden in dieser Ausbildungsstufe definitiv keine eigenen Behandlungen statt, auch nicht unter Supervision. Folglich ist es  für diese Tätigkeit auch nicht erforderlich, dass die PiA schon vom Ausbildungsinstitut für die praktische Ausbildung zugelassen worden sind. Auch besteht noch keine Mitgliedschaft in der Kammer. Abrechenbare Leistungen werden von Ausbildungsassistentinnen im Rahmen der praktischen Tätigkeit  nicht erbracht, Verstöße können erhebliche rechtliche Konsequenzen haben.

2. Praktische Ausbildung
Die praktische Ausbildung, die einen fortgeschrittenen Ausbildungsstand der PiA voraussetzt, bedarf der vorherigen Erlaubnis durch das Ausbildungsinstitut. Hier behandelt die Ausbildungskandidatin selbst und nimmt dazu im Verhältnis 1:4 Supervision bei einer vom Institut anerkannten Supervisorin.
Mit der Aufnahme der praktischen Ausbildung beginnt die Mitgliedschaft in der Psychotherapeutenkammer.
Die Praktische Ausbildung findet im Allgemeinen in der Institutsambulanz statt; Abweichungen könnten durch entsprechende Regelungen in den Ermächtigungsbescheiden der Institute oder durch Abreden mit der KV legitimiert sein. Die im Rahmen der praktischen Ausbildung geleisteten Behandlungen werden von dem dazu ermächtigten Ausbildungsinstitut mit der Kassenärztlichen Vereinigung abgerechnet. Wie die Supervisorin und die PiA an den beim Ausbildungsinstitut zufließenden Honoraren beteiligt wird, ist eine Frage der vertraglichen Abrede zwischen den jeweiligen Beteiligten.
Nach Auffassung der PKN gibt es außerhalb der so organisierten praktischen Ausbildung keine rechtssichere Möglichkeit für PiA, in der ambulanten Versorgung tätig zu werden. Namentlich scheidet nach unserer Auffassung eine Beschäftigung als Ausbildungsassistentin der Praxisinhaberin zu deren eigener Abrechnung aus.
§ 32 Abs. 2 Nr. 1 Ärzte-ZV kennt zwar die Beschäftigung eines „Aus- oder Weiterbildungsassistenten“ und die Kommentierung von Ladurner, Ärzte-ZV, § 32 Rn. 39 erwähnt die praktische Ausbildung der PiA, allerdings nach unserem Verständnis nur für das Ausbildungssetting über die Ausbildungsstätte selbst. Hier liegt die Sache anders als beim Weiterbildungsassistenten, der kraft Approbation schon selbst zur Erbringung von Heilkunde legitimiert ist.
Soweit das Ausbildungsinstitut berechtigt ist, der PiA die Ableistung der praktischen Ausbildung außerhalb der Institutsräumlichkeiten zu gestatten, sind die jeweiligen Praxisräumlichkeiten (etwa der Supervisorin) so etwas wie ausgelagerte Institutsambulanzräume. Die dortige Leistungserbringung ändert nichts an der Abrechnung über das Institut im Rahmen seiner Ausbildungsermächtigung.
Hat der Praxisinhaber seinerseits eine Genehmigung der KVN für die praktische Ausbildung nach § 32 Abs. 2 Ärzte-ZV, dürfte damit nach dem vorstehend Gesagten gerade keine Berechtigung zur Abrechnung der PiA-Leistungen unter Supervision als eigene abrechenbare Leistungen der Supervisorin legitimiert sein. Wenn trotz vorstehender Bedenken in dieser Form von der Genehmigung Gebrauch gemacht werden soll, müsste das seitens der Supervisorin gegenüber der KVN offengelegt und explizit abgestimmt werden. Nach unserer Kenntnis wurde oder wird ein entsprechendes Verfahren von hessischen KVen für zulässig erachtet, während in Niedersachsen und auch sonst Ausbildungsleistungen nur über das Ausbildungsinstitut abgerechnet werden dürfen. 

In diesem Zusammenhang geben wir auch zu bedenken, dass es aus Sicht der Kammer für eine psychotherapeutische Ausbildung nicht optimal ist, wenn Supervision und Arbeitgeberschaft in einer Person zusammentreffen.
Wir sehen uns als Kammer dem Schutz der PsychotherapeutInnen in Ausbildung verpflichtet und sehen es daher als vorrangiges Ziel an, sie nicht in (haftungs)rechtlich fraglichen oder möglicherweise sogar rechtswidrigen Bedingungen arbeiten zu lassen. 

Im Folgenden wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit ausschließlich die weibliche Form genutzt. Es sind dabei beide Geschlechter gemeint.

Anerkannte Ausbildungsstätten in Niedersachsen

Bitte beachten Sie, dass die PKN nicht für die Anerkennung der Ausbildungsstätten zuständig ist. Die Anerkennung fällt in den Zuständigkeitsbereich des Niedersächsischen Zweckverbands zur Approbationserteilung!